Im Alter von etwa einem Monat verlassen die noch nicht flugfähigen Jungen das Nest und sitzen meist – scheinbar verlassen – auf Zweigen in Nestnähe. Sie werden dann Ästlinge genannt und geben ihre Position durch ständige heisere „Kszik“-Rufe kund. Zwei bis drei Wochen später sind sie flugfähig, werden aber erst mit drei Monaten selbstständig. Bis dahin kümmern sich die Eltern weiter um die Jungen. Zu Beginn der Herbstbalz werden sie dann aus dem elterlichen Revier vertrieben und müssen sich ein eigenes suchen. Nur die Hälfte der Jungvögel überlebt das erste Lebensjahr. Einmal erwachsen, können sie in freier Natur bis zu 19 Jahre alt werden.

Sein Revier ist mit 25 bis 30 Hektar Größe für Familiengründung mit alten Höhlenbäumen, Ansitzwarten, einem ganzjährig leicht erreichbaren Nahrungsangebot und ungestörten Tagesverstecken. Als Standvogel bleibt er das ganze Jahr über in seinem Revier. Untersuchungen zufolge blieben sogar 80 bis 90 Prozent der beringten Paare zeitlebens im gleichen Umfeld. Diese Standorttreue hilft den Eulen, auch harte Winter zu überleben, kennen sie doch sämtliche Nahrungsquellen und Verstecke sehr genau. Die selbstständig gewordenen Jungvögel streichen auf der Suche nach einem eigenen Revier nur im ersten Herbst umher, wobei auch sie sich zu 90 Prozent nicht weiter als 50 Kilometer von ihrem Geburtsort entfernen.

Auch wenn sein Name anderes vermuten lässt: Unser Jahresvogel ist keinesfalls nur im Wald zu Hause, obwohl er sich in lichten Laub- und -Mischwäldern am wohlsten fühlt. Als ideal gilt ein Lebensraum mit einem Waldanteil von 40 bis 80 Prozent, Lichtungen, Waldrändern und angrenzenden Feldern. Reine Nadelwälder hingegen wählt unser Jahresvogel nur selten als Brut- und Lebensraum, da es dort nicht genug Nahrung für ihn gibt. Findet unser Jahresvogel keine geeigneten Baumhöhlen als Brutplatz, nimmt er auch ruhige Winkel von Gebäuden, Scheunen oder Nistkästen an. Hier darf es lediglich an guten Einflug-Möglichkeiten nicht mangeln. Längst ist er daher auch in städtischen Parkanlagen, Alleen, alten Scheunen, Burgen und Ruinen, Gärten oder auf Friedhöfen mit altem Baumbestand zuhause. Dabei kommt er uns Menschen recht nah, wenn er auch eher zu hören als zu sehen ist. Tagsüber versteckt er sich sowohl in Höhlen als auch gern in dichten Baumkronen oder immergrünen Efeugebüschen. Der europäische Brutbestand wird auf 30.000 bis 940.000 Brutpaare geschätzt. Weltweit gibt es damit etwa 700.000 bis 1,2 Millionen Brutpaare.

Mit geeigneten Nistkästen kann die Zahl der Brutpaare in einem Gebiet stark erhöht werden. Da kleine Eulen wie Sperlings-, Raufuß- oder Steinkäuze vom Waldkauz besiedelte Reviere meiden, sollten diese Gebiete nicht gezielt gefördert werden. Auch der Verzicht auf Mäusegifte und andere Umweltgifte in Gärten und im öffentlichen Grün hilft unserem Jahresvogel. Außerdem muss die offene Ausbringung von Mäusegift im Wald und in der Agrarlandschaft weiterhin verboten werden.

Um menschenverursachte Verluste zu reduzieren, sind Leitungsdrähte in der Landschaft effektiv zu markieren. Oft können Kabel stattdessen in der Erde verlegt werden. An besonders kritischen Straßenabschnitten empfiehlt sich die Errichtung von Ansitzwarten in sicherem Abstand vom gefährlichen Straßenverkehr. Hausbesitzer sollten Kamine und Schächte durch Schutzgitter entschärfen.

Weitere Infos unter  www.nabu.de

Die Farbbroschüre „Vogel des Jahres 2017 - Der Waldkauz“ und vieles weitere dazu  gibt es im NABU-Natur-Shop, info@NABU-Natur-Shop.de, Tel. 0511-711 099 98

Infos zu Nistkästen und Vogelschutz erhält man vom Verfasser, welcher auch ehrenamtlich ein Nistkasten-u.Vogelschutzmuseum im oberschwäbischen Ringschnait betreibt. www.Nistkastenmuseum.de oder Tel.07352/2579. Gerhard Föhr, Ummendorferstr.15, 88400 Ringschnait. Hier kann man auch ein Bauanleitungsheft mit verschiedene Nisthilfen, Futterhäuser und Vogelschutztipps gegen Zusendung von 5 Euro mit 1,45 Euro-Briefmarke bestellen. Für weitere 20 Euro ist auch sein verfasstes Buch „Nistkästen und Vogelschutz“ erhältlich, welches über die Neue-Brehm-Bücherei erschienen ist.

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Die lautlosen Jäger werden mit 40 bis 42 Zentimetern Länge etwa so groß wie Krähen und bringen 400 bis 600 Gramm auf die Waage. Die Weibchen sind etwas größer und um ein Viertel schwerer als ihre Partner. Unabhängig vom Geschlecht oder Alter hat ein Teil der Waldkäuze eine graubraune Grundfärbung des Federkleides, andere eine rotbraune. Man spricht von zwei verschiedenen Farbmorphen, ähnlich den unterschiedlichen Haar- und Augenfarben beim Menschen. In jedem Fall sind die Käuze durch ihr rindenfarbenes Äußeres meist gut getarnt, so diese Info und weitere vom ersten Vorsitzenden des NABU Ochsenhausen-Ringschnait Gerhard Föhr, zugleich ehrenamtlicher aktiver Vogelschützer sowie Gründer und Besitzer des ersten weltweit einzigen Nistkasten-u. Vogelschutzmuseums

 (www.Nistkastenmuseum.de)

Auch wenn meist das Männchen singt, können beide Geschlechter sowohl den Balzgesang als auch den Kontaktruf äußern, wobei der Ton des Weibchens jeweils etwas höher und heiserer klingt. Zu erkennen sind Waldkäuze an ihrem kompakten Körperbau und dem rindenfarbigen Gefieder. Ihr großer Kopf ohne Federohren sitzt auf einem gedrungenen Rumpf. Sein freundliches Aussehen verdankt er seinen großen runden „Knopfaugen“ im dunkel umrahmten hellen Gesichtsschleier. Der stark gekrümmte Schnabel ist beim Waldkauz gelblich.
 

Der Waldkauz ist Vogel des Jahres 2017

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Bei Waldkäuzen im Siedlungsraum stellen Vögel oft den Großteil der Nahrung. Doch darauf greift der Vogel des Jahres nur zurück, wenn Kleinsäuger wie Mäuse, Maulwürfe, Ratten oder Jungkaninchen nicht zu finden sind.
Sogar Höhlenbrüter angelt er geschickt mit den langen Beinen durch das Flugloch hindurch. Bis zu 300 Gramm schwere Tiere kann der Waldkauz überwältigen und abtransportieren. Dabei frisst er gelegentlich auch kleinere Eulen, wie den Raufuß- oder den Sperlingskauz. Frösche, Kröten, Käfer und sogar Regenwürmer sind ebenfalls Nahrungsquellen für ihn.

Waldkauz - Foto: NABU

Waldkauz mit Maus

- Foto: K. Budweiser

Ab Herbst erklingt der weithin hörbare, heulende Reviergesang während der Balz: In dieser Zeit wird der Bund eines bestehenden Brutpaares erneuert, das den Sommer über zwar im gleichen Revier, aber eher alleine verbracht hat. Fehlt ein Weibchen, muss das Männchen mit dem Gesang erst einmal eine Partnerin anlocken. Im Spätwinter beginnt die Brutzeit – und damit ein weiterer Höhepunkt der Ruf- und Gesangsaktivität. Durch „kollerndes“ Nestlocken weisen verliebte Käuze der Dame ihres Herzens den Weg zu geeigneten Bruthöhlen. Bei der Balzfütterung präsentieren sie ihre Jagdkünste. Stimmt die Qualität und Menge der Beute und gefällt der Waldkauzdame der Brutplatz, entscheidet sie sich für eine meist lebenslang andauernde, treue Paarbeziehung. Die Jungen wiegen nach dem Schlupf nur 28 Gramm. Noch blind, können sie sich bereits am zehnten Tag selbst aufsetzen und sechs Tage später stehen. Die Waldkauzmutter bleibt während der Brutzeit fest auf dem Gelege, das in der Regel aus zwei bis vier Eiern besteht, die meist in zweitägigem Abstand gelegt werden. In Ausnahmefällen befinden sich auch mal ein bis sieben Eier im Nest. Die Brut beginnt häufig schon nach der Ablage des ersten Eis und dauert für jedes Ei 28 bis 29 Tage.

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Junger Waldkauz nach Verlassen der Bruthöhle

Foto: K. Budweiser

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Waldkauz - Foto: NABU

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Vogel des Jahres 2017

Naturschutzbund Deutschland

Ortsgruppe Ochsenhausen - Ringschnait

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unseres Vorstands Gerhard Föhr

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Das Leben am Storchennest wird von der Stadt Ochsenhausen live übertragen.
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